Pressemitteilung

Pressemeldung
04.Februar 2017
Flächenverbrauch in Koblenz ohne Konsequenzen ?

 

Insgesamt sind die Inanspruchnahme immer neuer Flächen und die Zerstörung von Böden auf die Dauer nicht vertretbar und sollten beendet werden. Angesichts global begrenzter Landwirtschaftsflächen und fruchtbarer Böden sowie der wachsenden Weltbevölkerung ist der anhaltende Flächenverbrauch mit all seinen negativen Folgen unverantwortlich. Dies gilt auch und besonders mit Rücksicht auf künftige Generationen.

Dieser Appell stammt nicht von der Bürgerinitiative (BI)  „Lebenswertes Rübenach e.V.“ oder von den Grünen, wie man vermuten könnte, sondern ist Teil der „Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie“ der Bundesregierung, auf der Seite des Umweltbundesamtes nachlesbar, und eigentlich für jeden denkenden Menschen nachvollziehbar…

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs ist damit ein Regierungsziel, ähnlich wie die Energiewende oder der Klimaschutz und es verwundert schon dass sich  CDU und SPD, die ja diese Regierung stellen, in Koblenz nicht für ihr eigenes Regierungsziel einsetzen.

Bei der Vorstellung der geplanten Erweiterung des GVZ in Rübenach war davon zumindest nichts zu merken.

Zwar überschreiten die Stickstoffoxyde in Koblenz die Grenzwerte (der SWR berichtete) und der Oberbürgermeister bestätigt (wenn es passt), dass „die Luftverschmutzung in Koblenz ein gewaltiges Ausmaß (hat)“, aber das hindert die Stadt nicht der Vergrößerung des Industrieparks hinter der A 61 bedenkenlos zuzustimmen und gleichzeitig weitere 60 ha vor der A 61 als Industriegelände zu verplanen.

In den vorgelegten Stellungnahmen der Behörden findet sich kein Wort über die Notwendigkeit eine Schneise für die Frischluftzufuhr von Westen zu erhalten, es wird nicht einmal die Notwendigkeit weiterer Studien zu diesem Thema erwähnt……

In der Sitzung des Ortsbeirates Rübenach wurde das von der BI angesprochen und mit dieser Pressemeldung versucht die BI noch einmal wach zu rütteln:

Das Industriegelände hinter und vor der A 61 widerspricht dem Ziel der Bundesregierung den Flächenverbrauch einzuschränken, es wird wie ein Damm die Zufuhr von Frischluft nach Koblenz behindern und zu einer Verschlechterung der Atemluft für alle Koblenzer führen.

Darauf weisen wir ausdrücklich hin – wenn es schon sonst niemand tut.

Rüdiger Neitzel
1.Vorsitzender BI

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4 Kommentare zu “Pressemitteilung

  1. Pitt Elben

    1973 erschien ein Bilderbuch von Jörg Müller, das in 7 Bildtafeln die „Veränderung der Landschaft“ (Untertitel) aufzeigt: Innerhalb von 20 Jahren zeichnet der dafür mit dem Dt. Jugendbuchpreis prämierte Autor im Zeitraffer immer denselben Landschaftsausschnitt und dokumentiert so die schrittweise Versiegelung eines idyllischen Schweizer Dörfchens.
    Das ist nun fast 45 Jahre her – die Bilder sind nach wie vor aktuell.
    Rübenach soll wohl – den Bemühungen dieser engagierten BI zum Trotz – in den Plänen der Stadt Koblenz langfristig zur Industriebrache mit Autobahnlärm zu verkommen ! Was wird in 30 Jahren an diesem Ort noch „lebenswert“ sein ?
    Pitt Elben ( „Rüwwenacher Jung“, Jg. 53 / lebe in Bad Kreuznach)

  2. juergen mueller

    Ich kenne dieses Buch und kann es nur als lesens- und ansehenswert empfehlen.
    Übertragen auf unseren Ort und seine Gemarkung steht bereits jetzt fest, dass die STADT mit ihren „Entscheidern“ (von denen einige sogar hier im Ort selbst wohnen) mit dazu beigetragen hat, dass die Lebensqualität durch das rasant angestiegene (und weiter ansteigende) Verkehrsaufkommen und die Ausweitung von Gewerbe- u. Industrieansiedlung (was seitens der STADT weiter betrieben werden soll) bereits jetzt nicht unerheblich eingeschränkt ist.
    Wenn das so weiter geht, bedarf es keiner 30 Jahre mehr, sich endgültig von einer „lebenswerten“ Lebensqualität zu verabschieden, da nach den Plänen der STADT die Inanspruchnahme von Land und Boden im Umland weiter vorangetrieben werden soll.

  3. Rüdiger Neitzel

    Ich danke für diese Hinweise.
    Die Bürgerinitiative kämpft weiter für den Erhalt eines lebenswerten Wohnortes.
    Wir haben die Kandidaten für die anstehende Oberbürgermeisterwahl in Koblenz gebeten zu uns zu kommen und wir werden sie zu den Plänen befragen.
    Wir erwarten uns dazu Hinweise, die sicher auch das Wahlverhalten unserer Mitglieder beeinflussen werden.
    Zugesagt haben bereits der Staatssekretär David Langner für Mittwoch, den 5.April 19.00 Uhr
    und Herr Torsten Schupp für Mittwoch, den 3. Mai 19.00 Uhr.
    Das werden bestimmt interessante Abende und ich bitte alle Leser diese Termine schon vorzumerken.

  4. juergen mueller

    Auch dieses Bemühen seitens von Herrn Neitzel ist lebens- u. liebenswert, dürfte allerdings nichts Neues, geschweige denn Positives hervorbringen als die vor allem im Wahl“kampf“ üblichen Floskeln u. Phrasen, von denen im Nachhinein nichts übrig bleibt als heisse Luft.
    Die von Herrn Langner und seinem Gegenkandidaten Flöck propagierten Wahlkampfthemen wie z.B. „unabdingbare“ Nutzung weiterer Flächen für Ansiedlung von Gewerbe u. Industrie (demzufolge mehr Gewerbesteuer – die bekanntlich seit Jahren rückläufig ist) lassen in Puncto RÜBENACH nichts Gutes erwarten, da hierfür ja nur das UMLAND infrage kommt (s. GVZ).
    Es müsste doch schon längst in den Köpfen angekommen sein, dass sich politisch erwünschter, sogen. wirtschaftlicher Aufschwung in keinster Weise mit einem „nachhaltigen“ Umgang mit unserer Natur u.Umwelt verträgt u. vereinbaren lässt.
    Hierfür gibt es immer nur „faule“ Kompromisse … oder gar keine.
    Das weiß die Politik ganz genau, aber anscheinend nicht die hiervon Betroffenen wie wir hier z.B. in RÜBENACH, wo das Interesse an den unseren Ort betreffenden Probleme immer noch zu wünschen übrig läßt.
    Logischerweise wollen auch diese Kandidaten damit punkten und Wähler gewinnen, wenn sie für einen nachhaltigen Umgang mit unserer Natur und Umwelt werben.
    Weiteres Phrasengedresche wie „soziale Gerechtigkeit mit wirtschaftlichem Erfolg“ u. einem „nachhaltigen Umgang mit unseren NATÜRLICHEN Lebensgrundlagen“ sind als das zu werten was sie sind:“Phrasen ohne Wahrheitsgehalt“
    Politische Glaubwürdigkeit zu erwarten ist schon ein Wunschtraum derjenigen, die immer noch an das Gute im Mensch „Politiker“ glauben.
    Wie wäre es, sich davon beeinflussen zu lassen, erst einmal abzuwarten, was nach der Wahl an Versprechen eingelöst wird/wurde und dem für diesen Fall glaubwürdigen Kandidaten dann eine 2.OB-Amtszeit zu ermöglichen?
    Ich persönlich habe meinen Glauben an die sogenannte politische Glaubwürdigkeit schon vor Jahrzehnten begraben und kann damit sehr gut leben.

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